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Die Europaschule geht auf Studienfahrt

(18.02.2011) Während der Themenwoche unserer Schule standen für die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 verschiedene Europa-Projekte zur Auswahl. Zusammen mit 38 Mitschülern nahm ich an der dreitägigen Studienfahrt nach Niederbronn-les-Bains in Frankreich teil. Begleitet wurden wir von den Lehrkräften Frau Dolfi und Herr Gohmert.

Die Fahrt begann am Morgen des 17. Januar. Kurz nach der deutsch-französischen Grenze war unser erster Stopp. Wir stiegen aus, um die Festung Schoenenburg zu besichtigen. Diese Festung ist eine Befestigungsanlage der Maginot-Linie. Sie wurde um 1930 gebaut und liegt 30 Meter unter der Erdoberfläche. Die Anlage, welche im Originalzustand erhalten ist und im Alltag von bis zu 630 Mann genutzt wurde, ist 1,5 Kilometer lang. Nach einem anstrengenden Fußmarsch im Bunker waren alle froh, als sie wieder an der frischen Luft waren. Außerdem wurde uns allen bewusst, wie gut es uns heute eigentlich geht.

In der Jugendherberge in Niederbronn, in der wir die nächsten zwei Nächte verbringen sollten, bezogen wir wenig später unsere Zimmer, und nach einer stärkenden Mahlzeit erzählte uns der Leiter des Hauses, Herr Klein, die Geschichte der Elsässer.

Auch am zweiten Tag unseres Aufenthalts beschäftigten wir uns mit der Geschichte des Elsass. Herr Klein schilderte uns einige Einzelschicksale von Menschen, die den Krieg unterschiedlich erlebten. Im Anschluss sahen wir uns zu diesem Thema eine Ausstellung über ganz verschiedene Menschen und ihre Schicksale an.

Nach der Ausstellung stand der Besuch des Friedhofs, der Kriegsgräbergedenkstätte, auf dem Programm. Hier liegen alle Kriegsopfer, die in der Nähe umgekommen sind, eine unfassbare Zahl von mehr als 15000 Menschen.

Nachdem wir uns mit einem guten Mittagessen gestärkt hatten, erarbeiteten wir Plakate mit Zitaten von Menschen, die vor uns die Grabstätte bereits besucht hatten. Wir sollten begründen, warum wir uns für bestimmte Zitate entschieden hatten, und unsere eigene Meinung dazu einbringen. Das Ganze wurde in Vorträgen vor der Gruppe präsentiert.
Den letzten Tag unseres Frankreichbesuchs verbrachten wir in Straßburg. Nach dem Besuch der Kathedrale und einer Besichtigung der Stadt fuhren wir mit dem Bus weiter zum Europaparlament. Hier hatten wir eine zweistündige Führung. Es wurden uns die Zusammensetzung sowie die Funktion des Europaparlaments erklärt. Anschließend durften wir in den Plenarsaal hinein, wo gerade zirka 50 Politikerinnen und Politiker über die Religionsfreiheit diskutierten. Voller neuer Eindrücke stiegen wir in unseren Bus, der uns wohlbehalten nach Rüsselsheim zurückbrachte.

In den drei Tagen haben wir einen Bogen geschlagen von der Geschichte, die uns mit Frankreich verbindet, bis zu heute, wo wir alle als Europäer in Frieden zusammenleben.

Oliver Trock, Schüler

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