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Überlebende der Nazizeit zu Gast an der
Alexander-von-Humboldt Schule
(02.05.2008) Cilly Peiser (geboren 1925) kam 1932 nach dem Tod ihres Vaters in ein jüdisches Waisenhaus in Frankfurt. Sie hatte drei Geschwister: Hannah, Jutta und der kleine Bruder Jossel. Die Mutter zog 1937 auch ins Waisenhaus, als sie ihre Stellung bei der Familie Oppenheimer verlor.

Die Kinder erleben die Auswirkungen der Nürnberger Gesetze und leben in Angst, als 1938 während der Reichs-Pogrom-Nacht die SA und Hitlerjugend das Waisenhaus stürmen und schwere Verwüstungen anrichten.
Kurz danach dürfen einige Kinder aus dem Waisenhaus auf Einladung der holländischen Königin Wilhelmine nach Amsterdam ausreisen, allerdings bleiben zwei Geschwister zurück.– Auch ihre Mutter und der Leiter des Waisenhauses werden in ein KZ verschleppt --

Doch die Freude währt nicht lange: Denn als die Nazis im Krieg Holland 1940 besetzen, droht wieder Gefahr. Als die Nazis die Kinder des Waisenhauses in Amsterdam zur Deportation abholen, ist Cilly gerade auf der Arbeit und sie hat einen vorläufigen Ausweis zur Duldung. Trotzdem taucht sie unter und kann auf abenteuerlichen Wegen bis nach dem Krieg in Holland überleben. Ihre Mutter und zwei ihrer Geschwister sieht sie nie wieder, nur Jutta überlebt den Holocaust.
Später kommt sie nach Deutschland zurück und arbeitet als Sonderpädagogin.
An unserer Schule war sie in der Klasse 10.3 zu Gast. Ihre Lesung und ihre Erzählung haben die Schüler sehr beeindruckt. Sie hatten viele Rückfragen zum Leben von Cilly Peiser. Ihr Auftritt ist ein Beitrag gegen das „Vergessen“ dieser für Europa so schrecklichen Zeit gewesen.