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„EUROPA wächst zusammen“
Studienfahrt von Schülern des 10.Schuljahres im Rahmen der Themenwoche an der Alexander-von-Humboldt Schule

(04.02.2008) „Dass so viele Menschen (Soldaten und Zivilisten) in einem Krieg an nur einem Ort begraben sind, hat mich sehr beeindruckt!“ so fasst eine Schülerin nach der Fahrt ihre wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

34 Schülerinnen und Schüler und zwei Begleitlehrkräfte waren in die Jugendbegegnungsstätte “Albert Schweitzer“ in den Elsaß nach Niederbronn-Les-Bains gereist, wo sich einer von 836 deutschen Soldatenfriedhöfen weltweit befinden. Sie werden vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. (VDK) unterhalten. Auf dem Friedhof sind 15808 Menschen begraben; auch Zivilisten.

Die Teilnehmer erlebten also hautnah die Geschichte vom Elsaß und die Geschichten des 2. Weltkrieges, indem sie Einzelschicksale der Menschen erfuhren und anhand von Fotos vorgestellt bekamen. So war besonders drastisch die Geschichte eines 16-jährigen jungen Mannes, der an seine Eltern schreibt, dass es nun wohl zum Kriegseinsatz komme, weil die Amerikaner von Westen (im Herbst 1944) anrückten. Als der Brief ankam, war er schon tot. Die Jugendlichen erfuhren auch, dass rund ums Haus in der näheren Umgebung noch heute Munition gefunden wird.

Anhand von schriftlichen Zeugnissen aus den Kondolenzbüchern konnten sie unterschiedliche Meinungsäußer7ngen zum Krieg einsehen und sich selbst äußern.
Die Sinnlosigkeit des Krieges wurde auch beim Besuch eines Bunkers der Maginot-Linie, die in der Nähe verläuft, vertieft.

Wichtig dabei war es zu sehen, dass wir seit 1945 schon über 60 Jahre im Frieden leben und die ehemaligen „Erzfeinde“ – die Franzosen – nun zu den besten Nachbarn gehören.

Deshalb stand am letzten Tag der Besuch des Europaparlaments in Straßburg an, wo es in einer Führung viele Erläuterungen zur Struktur der Europäischen Union gab, die in Projektmappen und Präsentationen aufgearbeitet werden mussten. Dort beeindruckte nicht nur die Größe des Gebäudes, sondern es wurde deutlich, dass die Menschen in Europa nur im Dialog und in der Zusammenarbeit ihre Konflikte lösen können.

Die Reise war somit auch Anschauungsunterricht für die politische Kultur in unserer EUROPASCHULE, denn zur nächsten Wahl des Europaparlaments 2009 sind viele der Jugendlichen schon wahlberechtigt.

Manfred Pöller (Projektleiter)

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